Prominente Funktionen und zentrale Mauerrandlage in der DDR
Die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und die Teilung Berlins hinterließen nicht nur Baulücken, sondern bescherten der Wallstraße knapp 300 Jahre nach Errichtung der Festungsanlage eine erneute Grenzsituation: Nicht weit vom einstigen Verlauf der Wallanlage wurde 1961 die Berliner Mauer errichtet, welche nicht nur Ost- von Westberlin, sondern auch zwei politische Systeme voneinander trennte.
Nur wenige Meter von dieser Trennlinie entfernt, aber dennoch im Zentrum Ostberlins gelegen, war an der Wallstraße die Nutzerstruktur nach 1945 besonders von der politischen Situation geprägt: Bis zur Zusammenlegung mit der SED im Jahr 1946 hatte für kurze Zeit das Zentralkomitee der KPD seinen Sitz in der Wallstraße 76-79, dem heutigen Gebäude der Australischen Botschaft. Anschließend zog der als Parteiverlag neugegründete Dietz-Verlag in das Gebäude ein.
Die Zentrale der Kommerziellen Koordinierung (kurz KoKo), einer Abteilung des Ministeriums für Außenhandel in der DDR unter der Leitung von Schalck-Golodkowski, befand sich in der Wallstraße 17-22.
Im Haus Nr. 57, auf dessen Gelände heute die brasilianische Bot- schaft residiert, wurden Gäste des SED-Zentralkomitees empfangen.
Untypisch für das ansonsten wenig ausgeprägte Interesse der DDR-Führung, historische Bauten zu bewahren, war die Umsetzung des einst durch seine Salon-Abende zum geistig-kulturellen Zentrum Berlins zählenden Ermelerhauses aus der Breiten Straße ans Märkische Ufer im Jahre 1967.
|
Die Geschichte der Wallstraße...Wasser, Stadterweiterung und Festungszeit bis Ende des 17. Jhd. Zucker, Freimaurer und Baden im 18./19. Jhd. Textilindustrie, Verbände und Stadtmuseum nach 1900 Prominente Funktionen und zentrale Mauerrandlage in der DDR |



