Märkisches Ufer

Das Märkische Ufer erweckt zunächst den Eindruck einer historischen Häuserzeile. Doch seine malerische Ansicht verdankt es nicht nur seiner historischer Bebauung, dem Otto-Nagel-Haus (Nr. 16/18), sondern auch der Umsetzung historischer Bauten wie dem Ermelerhaus (Nr. 10) von anderen Orten ans Märkische Ufer.




Märkisches Ufer mit Otto-Nagelhaus (2./3. v.l.) und Ermelerhaus (5. v.l.)

Das Ermelerhaus (1567) hat seinen Ursprung in der Breiten Straße. Es wurde zwischen 1760 und 1763 zum Rokokopalais umgebaut und damit zu einem der schönsten Berliner Patrizierbauten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Nach der klassizistischen Umgestaltung der Fassade 1804 erwarb der Tabakfabrikant Wilhlem Ermeler 1824 das Haus. Ermeler machte das Haus mit seinen Salonveranstaltungen zu einem geistig-kulturellem Zentrum. Seine Nachfahren verkauften das Ermelerhaus 1914 an die Stadt.

 

Weil die Breite Straße nach Meinung der DDR-Führung verbreitert werden musste, wurde das Ermelerhaus 1967 abgetragen und am Märkischen Ufer wieder errichtet. Die Umsetzung erfolgte damals auf Druck der Bevölkerung, die mit einem Abriss des geschichts- trächtigen Gebäudes nicht einverstanden war. Da die Pflege historischer Bauten in der DDR eigentlich keinen hohen Stellenwert hatte, stellte die Umsetzung des Ermelerhauses ein besonderes Ereignis dar.

 

Die benachbarten Wohnhäuser Nr. 16 und 18 hingegen stehen seit ihrer Errichtung (1790 bzw. um 1700) am Märkischen Ufer. Sie sind damit die einzigen erhaltenen Gebäude der ursprünglichen Bebauung von Neu-Cölln am Wasser.

 

Von 1973 bis in die 90er wurden die zu diesem Zwecke miteinander verbundenen Häuser als Museum für den Maler Otto Nagel genutzt. Als Otto-Nagel-Haus sind sie auch heute noch bekannt, obwohl hier inzwischen das Bildarchiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu finden ist.

 

 

Die Geschichte der Wallstraße...