Textilindustrie, Verbände und Stadtmuseum nach 1900

Im Zuge der großen Gründerzeitbauwelle um 1900 bekam die Wall- straße abermals ein neues Gesicht: Viele der barocken Gebäude machten größeren Einheiten Platz, um den wachsenden Produktions- und Handelsaktivitäten gerecht zu werden.




Wallstraße Ecke Neue Grünstraße, vor der Gründerzeitbauwelle 1901 und heute (© Stiftung Stadtmuseum Berlin, Oliver Ziebe; mint)

In den zwanziger Jahren hat sich das Quartier dank seiner zentralen Wasserlage zu einem bedeutsamen Gewerbestandort insbesondere für die Textilindustrie entwickelt.

 

In den Geschäftshäusern an der Wallstraße wurden fortan Rüschen, Hüte, Nähseide, Fahnen sowie Goldwaren und Uhren hergestellt. Damit konnte trotz kriegsbedingter Pause an die wachsende Bedeut- samkeit angeknüpft werden, die ihre Wurzeln in der Ansiedlung der Färberei- und Wäscherei in Spindlershof sowie verschiedener Be- kleidungshersteller vor dem Ersten Weltkrieg hatte.




Wallstraße 16 (erbaut 1910)



Wallstraße 16 heute

Neben den Geschäftsleuten zählten Verbände wie der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, im 1922/23 von den Architekten Max Taut und Franz Hoffmann erbauten Haus Nr. 61-65, zu den Anliegern der Wallstraße.

 

Aufgrund seiner stadthistorischen Bedeutung war das Quartier zudem der ideale Standort für das 1908 eröffnete Märkische Museum mit seinen Sammlungen zur Geschichte der Mark Brandenburg und der Stadt Berlin.

 

Gleichzeitig wurde auch unter der Wallstraße gebaut: Die U-Bahnhöfe Spittelmarkt und Inselstraße (heute Märkisches Museum) wurden 1907 bzw. 1913 in Betrieb genommen und boten zusammen mit der bereits seit den 1880ern verkehrenden Straßenbahn zügige Verbind- ungen innerhalb des Zentrums und zu den Vorstädten der Metropole Berlin.

Die Geschichte der Wallstraße...