Nach den Arbeiterbewegungen im 19. Jahrhundert gewannen Arbeiterverbände und Gewerkschaften an Bedeutung und Mit- gliedern, so dass sie vielerorts eigene Gebäude errichten ließen.
Nahe der Wallstraße, am Köllnischen Park, ließ sich der deutsche Holzarbeiter-Verband 1912/1913 sein Verbandshaus bauen. Der Bau sollte das Können des Holzgewerbes widerspiegeln und war deshalb insbesondere im Inneren mit hochwertigen Holzarbeiten an Treppen- geländern oder Vertäfelungen ausgestattet.
In der Weimarer Republik erlebte der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund einen enormen Mitgliederzuwachs. 1923 zog der Verbund deshalb in das eigens für ihn von den Architekten Max Taut und Franz Hoffmann errichtete Gewerkschaftshaus an der Wallstraße 61-65. Architekturgeschichtlich ist das Gebäude von Bedeutung, weil es Deutschlands erster Stahlbetonrahmen- und Stahlbetonraster- bau ist. Außerdem gilt es als eines der ersten Zeugnisse der Neuen Sachlichkeit in Berlin. Bis heute wurde das Gewerkschaftshaus mehrfach erweitert und umgebaut, wobei einige der für Max Taut charakteristischen Details verloren gingen.
Beide Gebäude wurden in der DDR vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) und Zentralvorständen der Industrie- gewerkschaften genutzt.